Mittwoch, 29. Juli 2015

Vor 90 Jahre: Erste internationale Arbeiterolympiade in Frankfurt am Main

Ohne Nationaltrikots oder andere nationale Erkennungszeichen zogen heute vor 90 Jahren 3000 Arbeiter-Sportler aus zwölf verschiedenen Ländern in das neuerrichtete Frankfurter Waldstadion ein. Als Gegenbewegung zur „bürgerlichen“ Olympiade veranstalteten Arbeitersportvereine ihre eigene Internationale Arbeiter-Olympiade. Sie stellten nicht den Wettkampf zwischen einzelnen Nationen in den Vordergrund, sondern setzten ganz auf solidarische Spiele mit einem gemeinsamen Ziel: Die Arbeiterschaft körperlich zu erneuern und durch Sport auch zu einem neuen Selbstbewusstsein zu gelangen.

Ab 1912 schlossen sich Arbeitersportvereine zögerlich international zusammen und erst mit der Arbeiterolympiade 1925 in Frankfurt/Main wurden diese auch öffentlich stärker wahrgenommen. Der Höhepunkt der Spiele war der Tag der Massen: Am Sonntag, 27. Juli 1925, zogen Tausende von Teilnehmern in einem Festzug durch Frankfurt. Turner, Schwerathleten, Radfahrer und andere führten ihren Sport vor. Der „Arbeiter-Schach-Bund“ veranstaltete ein lebendes Schachspiel.

Insgesamt kamen etwa 450.000 Zuschauer zu diesem sportlichen Ereignis und drückten das Lebensgefühl der damaligen Arbeiterbewegung aus. Zwei Mal wurde die Arbeiterolympiade in der Folge noch ausgerichtet: 1931 in Wien und 1937 in Antwerpen. In Abgrenzung zu den Olympischen Spielen 1936 sollten die Wettkämpfe im gleichen Jahr in Barcelona stattfinden, diese wurden aber wegen des Ausbruchs des spanischen Bürgerkrieges abgebrochen.

Georg Benedix bei der Eröffnung. Foto von Unbekannt (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Inv.Nr. aF104) [Public domain], via Wikimedia Commons

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Dienstag, 28. Juli 2015

Friedensprozess in Gefahr

Nach dem Anschlag der Terrororganistion Islamischer Staat (IS) auf eine kurdische Jugendorganisation in Suruç droht der Friedensprozess mit den Kurden in der Türkei zu scheitern. Mehrere Anschläge der kurdischen Arbeiterpartei PKK auf türkische Polizisten und Soldaten und die Antwort der Türkei mit Verhaftungswellen und massiven Luftangriffen auf Stellungen der PKK im Irak haben eine Gewaltspirale in Gang gesetzt, die nur schwer zu durchbrechen ist. Wahllose Racheakte gegenüber türkischen Sicherheitskräften sind nicht akzeptabel. Genauso muss die türkische Regierung ihre Maßnahmen mit Bedacht wählen. Ich hoffe, dass eine Eskalation verhindert werden kann und die Türkei und die Kurden zu konstruktiven Gesprächen zurückkehren können. Wenn der Friedensprozess gestoppt wird, haben die Terroristen ihr Ziel erreicht.

Weitere Informationen gibt es hier.

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Freitag, 24. Juli 2015

Vor 90 Jahren: Erste Internationale Arbeiterolympiade in Frankfurt am Main

Ohne Nationaltrikots oder andere nationale Erkennungszeichen zogen heute vor 90 Jahren 3000 Arbeiter-Sportler aus zwölf verschiedenen Ländern in das neuerrichtete Frankfurter Waldstadion ein. Als Gegenbewegung zur „bürgerlichen“ Olympiade veranstalteten Arbeitersportvereine ihre eigene Internationale Arbeiter-Olympiade. Sie stellten nicht den Wettkampf zwischen einzelnen Nationen in den Vordergrund, sondern setzten ganz auf solidarische Spiele mit einem gemeinsamen Ziel: Die Arbeiterschaft körperlich zu erneuern und durch Sport auch zu einem neuen Selbstbewusstsein zu gelangen.

Ab 1912 schlossen sich Arbeitersportvereine zögerlich international zusammen und erst mit der Arbeiterolympiade 1925 in Frankfurt/Main wurden diese auch öffentlich stärker wahrgenommen. Der Höhepunkt der Spiele war der Tag der Massen: Am Sonntag, 27. Juli 1925, zogen Tausende von Teilnehmern in einem Festzug durch Frankfurt. Turner, Schwerathleten, Radfahrer und andere führten ihren Sport vor. Der „Arbeiter-Schach-Bund“ veranstaltete ein lebendes Schachspiel.

Insgesamt kamen etwa 450.000 Zuschauer zu diesem sportlichen Ereignis und drückten das Lebensgefühl der damaligen Arbeiterbewegung aus. Zwei Mal wurde die Arbeiterolympiade in der Folge noch ausgerichtet: 1931 in Wien und 1937 in Antwerpen. In Abgrenzung zu den Olympischen Spielen 1936 sollten die Wettkämpfe im gleichen Jahr in Barcelona stattfinden, diese wurden aber wegen des Ausbruchs des spanischen Bürgerkrieges abgebrochen.

Georg Benedix bei der Eröffnung der I. Internationalen Arbeiterolympiade 24.-28.Juli 1925 in Frankfurt am Main. Urheber: Unbekannt. Quelle: Wikimedia Commons.

Georg Benedix bei der Eröffnung. Foto von Unbekannt (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Inv.Nr. aF104) [Public domain], via Wikimedia Commons

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Donnerstag, 23. Juli 2015

Verbesserung des Asylverfahrens ohne Kriminalisierung von Armutsflüchtlingen

Bernhard Daldrup, kommunalpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, schreibt in einer Pressemitteilung sehr treffend:

Flüchtlinge im Asylverfahren nach Bleibeperspektive zu unterscheiden, ist sinnvoll. Horst Seehofer jedoch kriminalisiert Flüchtlinge, indem er ihnen pauschal Asylmissbrauch unterstellt und sie direkt an der Grenze abfangen will. Mit seiner Stimmungsmache schadet er auch den Integrationsbemühungen der Kommunen.

„Seehofer heizt ausländerfeindliche Stimmungen an. Das mag die Hoheit an den Stammtischen bringen, hilft aber den Kommunen nicht. Im Gegenteil, während sie sich mit aller Kraft um Unterbringung und Integration bemühen, wird ihre Arbeit durch einen aufgestachelten rechten Mob torpediert.

Seit dem Flüchtlingsgipfel arbeiten Bund und Länder intensiv an Maßnahmen, um die Integration von Flüchtlingen zu verbessern und die Verfahren zu verkürzen. Dieses gemeinsame Vorgehen muss weiterverfolgt und nicht durch Stimmungsmache behindert werden.

Wenn zukünftig stärker zwischen Asylbewerbern mit guter oder geringer Bleibeperspektive unterschieden wird, können Verfahren beschleunigt werden. Viel zu lange Verfahren sind ein ernstes Problem.

Den Armutsflüchtlingen aus den Balkanstaaten „massenhaften Asylmissbrauch“ zu unterstellen, trägt nicht zur Lösung der Probleme bei.  Den Eindruck zu erwecken, diese Menschen würden sich auf einen Spaßtrip begeben, um nebenbei ein paar hundert Euro abzugreifen, ist völlig daneben.  Auch wenn Armut – anders als politische Verfolgung – kein Asylgrund ist, verdienen es diese Menschen, respektvoll behandelt zu werden.

Unbestritten ist, dass die Kapazitäten der Erstaufnahmelager vielerorts erschöpft sind und neue Aufnahmemöglichkeiten für Flüchtlinge geschaffen werden müssen. Wir brauchen aber keine Abschiebelager zur Abschreckung. Das Problem der Armutszuwanderung muss vor allem durch Armutsbekämpfung in den Herkunftsländern angegangen werden.“

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier: http://ift.tt/1VA1uxz

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Mittwoch, 22. Juli 2015

Flüchtlingspolitik und Sozialdumping bestimmende Themen bei der BASF Betriebsgruppe der SPD

Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa war eines der bestimmenden Themen meines Besuchs bei der BASF Betriebsgruppe heute vormittag. Das bewegt die Menschen und es ist wichtig, dass wir hier eine klare Position für eine menschenwürdige Politik einnehmen. Das habe ich auch heute wieder erfahren, denn die Schicksale der Flüchtlinge lassen niemanden kalt. Insbesondere die Kommunen brauchen unsere Unterstützung bei der Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge. Doch auch die anderen aktuellen Themen wurden heute früh diskutiert: Griechenland und wie geht es weiter mit der Krise, hier diskutierten wir über die Folgen der Finanzkrise und die Frage, wie man vernünftige Politik betreibt, um Griechenland wieder auf die Beine zu helfen. Aber wir haben heute natürlich auch über Arbeitsmarkt und Industriepolitik gesprochen, denn die Jugendarbeitslosigkeit ist immer noch viel zu hoch. Aber auch Fragen der Arbeitslosigkeit im Erwachsenenalter und der gleichzeitige hohe Bedarf an qualifizierten Arbeitnehmern müssen auf europäischer Ebene geregelt werden.

Das Lohn- und Sozialdumping in Europa muss endlich gestoppt werden, dazu ist der deutsche Mindestlohn ein wichtiger Schritt. Wir müssen aber auch dafür sorgen, dass Arbeitnehmerrechte umgesetzt werden und nicht durch immer weitere prekäre Beschäftigungsmodelle und Scheinselbständigkeiten ausgehöhlt werden.

 

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“Fairer Transport in Europa – Gleichbehandlung aller Verkehrsbeschäftigten”

Der europäische Wirtschaftsraum wächst immer weiter zusammen. Daraus resultiert ein immer größer werdender europäischer Transportsektor. Da die Nationalstaaten weiter auf ihre Arbeitsmarktregelungen pochen, gibt es unter den Ländern ein Unterbietungswettkampf bei Lohn- und Sozialstandards. Die ersten Leidtragenden sind die Angestellten im Transportwesen. Dagegen müssen wir ankämpfen.

Letzte Woche hat die Organisation European Transport Workers’ Federation (kurz ETF) eine europäische Bürgerinitiative zum Thema “Fairer Transport in Europa – Gleichbehandlung aller Verkehrsbeschäftigten” auf den Weg gebracht. Die Bürgerinitiative soll den Wettbewerb in Europa fairer gestalten und Lohn- und Sozialdumping in Europa ein Ende setzten. Dazu sollen unterschiedliche Richtlinien und Verordnungen auf europäischer Ebene geändert werden.

Die European Transport Workers Federation (kurz ETF) ist ein Dachverband von 230 europäischen Gewerkschaften und vertritt die Interessen von insgesamt 3.5 Millionen Beschäftigten im Transportwesen.

Nach einer formellen Überprüfung durch die EU-Kommission geht die ETF mit der Initiative in zwei Monaten an den Start. Wenn die Petition online ist, werde ich hier an gleicher Stelle für Unterschriften werben. Für eine erfolgreiche Initiative benötigen wir innerhalb von einem Jahr 1 Million Unterschriften von EU-Bürgern aus 7 verschiedenen Ländern.

Ich teile die Forderung der Bürgerinitiative nach einem europäischen Verkehrsmarkt, der ökonomische, ökologische und sozial aufgebaut ist und werde mich deswegen aktiv für die Bürgerinitiative einsetzen.

Weiteres dazu werde ich hier an gleicher Stelle veröffentlichen.

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ILO-Normen müssen auch für T-Mobile in den USA gelten

Seit Jahren lässt die Telekom zu, dass in den USA Beschäftigte von T-Mobile eingeschüchtert, abgemahnt oder gekündigt werden, weil sie sich gewerkschaftlich organisieren wollen. Internationale Arbeitsstandards werden mit Füßen getreten. Die Gewerkschaft ‚Communications Workers of America‘ (CWA) versucht seit 10 Jahren die deutsche Bundesregierung als Mehrheitseigentümer dazu zu bringen, auch in den USA Arbeitnehmerrechte und Gewerkschaftsfreiheit einzuhalten. Die Kolleginnen und Kollegen können es nicht fassen, dass sich eine Firma mit deutschen Wurzeln – bei der in Deutschland Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat sitzen –  in den USA einfach über alle Rechte hinwegsetzt. Deshalb unterstütze ich die bis 12. August laufende Petition an den Deutschen Bundestag. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, ihren Einfluss geltend zu machen, damit die von der Bundesrepublik anerkannten ILO-Normen und OECD-Richtlinien auch bei T-Mobile US respektiert und umgesetzt werden.

Hier kann man die Petition unterzeichnen: http://ift.tt/1fkUvHT

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