Dienstag, 25. Oktober 2011

Karawanen-Kapitalismus nicht länger zulassen


Schärfere Regeln für Unternehmen, die europäisches Geld zur Unterstützung erhalten!


In der heutigen Debatte um die massiven Entlassungen unter anderem bei NOKIA kritisiere ich das Verhalten der Konzerne: Nokia bekam massive finanzielle Unterstützung beim Aufbau des Werkes in Bochum, dann beim Aufbau des Werkes in Cluj. Gleichzeitig wurden über die öffentliche Förderung die Entlassungen und die Absicherung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finanziert. Jetzt haben Sie hier offenbar genug verdient und ziehen weiter.


Dass ein Unternehmen wie Nokia in Asien noch billiger produzieren kann, bezweifle ich. Ich halte es für verlogen, die Krise und die angeblich zu teuren Produktionskosten nun als Begründung anzuführen, dass 3.500 Menschen entlassen werden. Gleichzeitig erwirtschaftet jeder Arbeitnehmer in Rumänien dem Unternehmen zur Zeit etwa eine Million Euro im Jahr, während er 10.000€ kostet.  Das ist auch in Asien kaum zu unterbieten. Es ist Zeit, dieser Entwicklung entgegen zu treten.


Wir dürfen nicht länger zusehen, wie Unternehmen Geld der Mitgliedsstaaten und der Union hemmungslos einstecken, um wenige Jahre später weiter ziehen. Jeder kleine Träger eines Projektes, das durch die EU gefördert wird, unterschreibt Verträge über die Nachhaltigkeit seiner Projekte, die später ohne Förderung weiter laufen müssen. Ich frage mich, wieso das für große Konzerne nicht gelten kann. Es ist Zeit, hier endlich klare Regeln einzuführen und uns nicht weiter an der Nase herumführen zu lassen. Solange es solche Unternehmen gibt, müssen wir den Leidtragenden helfen und den EGF weiter zur Unterstützung behalten.


Nur dann können wir das Vertrauen der Menschen in die EU gewinnen.


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